Aktuelle Veranstaltungen und Aufführungen Unsere Angebote

»Richard Wagner ist das zentrale Phänomen der deutschen Geistes- und Kulturgeschichte.«

Prof. Dr. Dr. Udo Bermbach

Willkommen auf dem Portal
des Richard-Wagner-Zentrums Mitteldeutschland e.V.

Der Titan der Musik, das rastlose Genie, die Nervensäge, der Revolutionär und Schwarm eines Königs wie vieler Frauen und Männer stammt aus der historischen Kulturlandschaft Mitteldeutschland – Richard Wagner. In Leipzig geboren, wuchs er dort und vor allem in Dresden auf, um dann in der Musikstadt Leipzig zum Musiker und Komponisten zu werden. Unser Verein will die Dinge und Themen, die sein Leben ausmachen, sammeln, aufbereiten und zugänglich machen. Die sich hier engagierenden Menschen sind interessiert, neben den historischen Fakten und Hintergründen aktuelle Entwicklungen, vor allem aber die Pflege des Wagnerschen Werkes im Hier und Heute auf den Bühnen, in den Instituten und vor allem in der Gesellschaft unserer Region darstellen. Unser Verein will aber auch für die Orte werben, deren Besuch wegen Wagner, den Aufführungen seiner Werke und manch anderen Attraktionen lohnt. Diese Seiten werden nie vollständig und fertig sein, denn die Realität holt das Erreichte immer wieder ein. Aber so aktuell und realitätsnah wie möglich will unser Verein mit seinem Zentrum sein, informativ und – so hoffen die Macher – interessant. Vielleicht tragen Sie als Besucher dazu bei, fördern und unterstützen dieses Engagement. Wer weiß? Der Vorstand lädt Sie im Namen aller Mitglieder ganz herzlich dazu ein.

Mitteldeutschland. Ein Gesamtkunstwerk
aus Geschichte, Landschaft und Kultur.

Richard Wagner in Mitteldeutschland –
ein Musikgenie und seine Landschaft

Richard Wagner zählt zu den bis heute berühmtesten und weltweit am meisten gespielten deutschen Komponisten. Seine Opern und Musikdramen auf die Bühne zu bringen, gilt bei allen Musiktheatern als größte Herausforderung und ist die Kür im Programm. Sein Leben selbst war opernreif und spiegelt sich in seinen zahlreichen Schriften. Er ist der streitbare aber auch umstrittene Philosoph und Entwickler von Gesellschaftsmodellen unter den Komponisten und revolutionierte die Musik im 19. Jahrhundert. Er schuf das Gesamtkunstwerk, war rastlos und verhalf dabei der Gattung der deutschen Oper zum Durchbruch.

Richard Wagner

Die heutigen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen boten, sieht man einmal von kurzen Zwischenspielen in Böhmen, Königsberg, Riga und Paris ab, bis 1849 die Bühne, auf der sich sein Leben und Werden vollzog, in denen er Spuren hinterließ und sich solche von Land und Leuten tief in ihn eingruben. Seine Geburtsstadt, die Musikstadt Leipzig, bot ihm alles, um Musiker zu werden, nur keine berufliche Perspektive. Dresden, die Stadt, in der er die längste Zeit seines Lebens verbrachte, bot ihm nicht nur den größten musikalischen Triumph und die für ihn höchste gesellschaftliche Stellung aber auch die Gelegenheit als radikaler Revolutionär dies alles aufs Spiel zu setzen. Sein erstes Engagement führte ihn nach Bad Lauchstädt, Rudolstadt und Bernburg sowie Magdeburg, wo es ihm gelang, erstmals eine eigene Oper aufzuführen. Die Wartburg in Eisenach inspirierte ihn zum „Tannhäuser“ und in der damaligen großherzoglichen Hauptstadt Weimar brachte Franz Liszt am Hoftheater 1850 Wagners „Lohengrin“ zur Uraufführung. Da hatte sich mit dem Exil in der Schweiz das Kapitel Mitteldeutschland längst für Wagner geschlossen, der „wegen wesentlicher Theilnahme“ an der Revolution in Dresden steckbrieflich gesucht wurde. Rien ne va plus? Zumindest bis 1860. Dann wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen, allerdings mit Mitteldeutschland als Nebenschauplatz. Die erste Aufführung seines Mega-Werkes, der Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“, außerhalb Bayreuths ging in seiner Geburtsstadt über die Bühne, mit Folgen, die er und seine zweite Frau Cosima damals noch gar nicht ermessen konnten. Er jedenfalls zeigte ihr in einem Anflug von Sentimentalität noch einmal alle seine Lebensstationen in diesem kultur- und geschichtsträchtigen Teil Deutschlands. Unser Verein zeigt all das auf und liefert bei Bedarf nähere Informationen dazu.

Aktuelles

EX ORIENTE LUX – brandaktuell
Es ist da, unser Reiseangebot zum BALTIC OPERA FESTIVAL, mit dem der polnische Star-Wotan Tomasz Konieczny das 1909 begründete Klassikmusifest auf der legendären Waldbühne von Zoppot bei Danzig wiederbelebt. Für ihn das „Bayreuth des Nordens“, denn das war es einmal. Wir wollen an unsere Reise vom vergangenen Jahr anknüpfen und vieles in der Region entdecken.
Download Infoflyer Zoppot 22.-26.07.24 (PDF)
EX ORIENTE LUX – aktuell
Reise zum Richard-Wagner-Festival nach Sofia vom 12. bis 21. Juni 2024 Sie erleben Lohengrin, den Ring des Nibelungen sowie ein interessantes, gastfreundliches Land.
Download Infoflyer Sofia 12.-21.06.24 (PDF)
Hier weitere Reiseangebote 2024:
Download Infoflyer Tallinn 21.-25.03.24 (PDF)
Download Infoflyer Meiningen 30.-31.03.24 (PDF)
Ich glaube an Gott, Mozart und Beethoven – Richard Wagner in Mitteldeutschland

Am 13. Februar 2024, 17:00 Uhr, dem 141. Todestag des Komponisten Richard Wagner, spricht unser Vereinsvorsitzender Thomas Krakow über Wagner und seine Herkunftsregion Mitteldeutschland anhand des 2013 dazu erschienenen Tex-Bild-Bandes. Er eröffnet damit die Literaturbühne Merseburg in der Stadtbibliothek „Walter Bauer“, König-Heinrich-Str. 20 in Merseburg.
Um Voranmeldung wird gebeten (03461 445560). Eintritt frei. weiterlesen >>

Wilhelmine „Minna“ Wagner, geb. Planer
(Abbildung: Wikipedia)
Blumen vom Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland (Foto: B. Linse)
Minna Wagners Grab in Dresden
(Foto: B. Linse)

Zum 158. Todestag von Richard Wagners erster Ehefrau

Minna Wagner (geb. Planer) am 25. Januar 1866 in Dresden gestorben

Mit einem Gesteck für ihr Grab auf dem Alten Annenfriedhof zu Dresden ehrte unser Verein Richard Wagners erste Ehefrau, praktische Lebenspartnerin, Muse und Inspirationsquelle Wilhelmine „Minna“, geb. Planer an ihrem Todestag.
Sie wurde nur 57 Jahre alt. Lag es an den harten Zeiten, die sie durchmachte, auch mit Richard Wagner? Wilhelmine „Minna“ Planer wurde am 5. September 1809 in Oederan am Erzgebirge in ärmlichen Verhältnissen geboren. Sie erarbeitete sich mit Fleiß, Können und sehr gutem Aussehen einen Stand als anerkannte und begehrte Schauspielerin. Im Herbst 1832 spielte sie am Anhaltischen Hoftheater in Dessau in dem englischen Lustspiel „Richards Wanderleben“ die weibliche Hauptrolle. Ein Omen?
Ende Juli 1834 lernt sie Richard Wagner in Bad Lauchstädt kennen, später lieben, um ihn am 24. November 1836 in Königsberg zu heiraten. Sie durchlebte mit ihm seine Flucht- und Wanderjahre, die finanzielle Not und fühlte sich angekommen, als er in Dresden von 1843 bis 1849 Königlich Sächsischer Hofkapellmeister war. Sie folgte ihm zwar nach dem Maiaufstand 1849 ins Exil aber nicht mehr seinen Wünschen und Ideen. Die Entfremdung wurde immer stärker, bis der mittellose Bonvivant sie spätestens 1858 nach dem Zürcher Wesendonck-Skandal ohne Ehescheidung fallen ließ. Er ging nach Venedig, sie zurück nach Dresden. Dort starb sie, nicht isoliert aber doch vereinsamt,  vor 158 Jahren. Ihr Grab befindet sich auf dem Alten Annenfriedhof in Dresden.

Ladegastorgel von 1855 im Merseburger Dom
Räucher-Richard auf der Kaffeetafel in der Geschäftsstelle
Gastgeber Thomas Krakow mit Wagner-Sänger Tomasz Konieczny

Gemeinsame Epiphaniasfeier im Kaiserdom

Dreikönigstreffen mit Bühnenstar Tomasz Konieczny in Merseburg

Ein Dreikönigstreffen gab es auch beim Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland in Merseburg. Vereinsvorsitzender Thomas Krakow hatte dazu einen König der Bühne, Bassbariton Tomasz Konieczny, eingeladen. Krakow führte zuerst die angereisten Teilnehmer zur nachgeholten Vereinsweihnachtsfeier samt Ehrengast in die Geschichte Merseburgs und seines Kaiserdoms ein und machte eine kurze Führung durch das Gotteshaus.
Mit kurzerfristiger aber durchaus lohnenswerter Planänderung nahm man dann am „Orgelklang zum Epiphaniasfest“ teil, musikalisch gestaltet von Domorganist Michael Schönheit an dem 170 Jahre alten Meisterstück des Weißenfelser Orgelbaumeisters Friedrich Ladegast, ein Juwel unter dessen Schöpfungen. An der Viola Schönheits Gattin Katharina Dargel. Musik von Nils Gade, Hans Hiller und Johann Sebastian Bach schafften die Stimmung zu diesem Tag, an dem es dann an der Kaffeetafel natürlich um Richard Wagner ging. Tomasz Konieczny und sein mit angereister kaufmännischer Geschäftsführer Rafal Kokot (Beide stammen aus Lodz.) warben mit Leidenschaft und Verve für das im letzten Jahr aus der Taufe gehobene Baltische Opernfestival im polnischen Ostseebadeort Zoppot, das auf eine Tradition bis 1909, als es noch Teil Deutschlands war, zurückblickt und ab 1922 schwerpunktmäßig Werke von Richard Wagner spielte. Beeindruckend dabei die Stimme des Bühnenstars, die den gar nicht so kleinen Raum voll ausfüllte.
Mit welchem Volumen, welcher Strahlkraft die Stimme und das ausdrucksstarke Spieltalent des Sängers einer Opernaufführung Glanz und Tiefe verleihen können, bewies Konieczny als Wotan in Richard Wagners „Die Walküre“ am Folgetag in der Oper Leipzig. Diese Aufführung setzte Maßstäbe, davon war das Publikum schon in den Pausengesprächen überzeugt. Vielleicht die beste Aufführung seit der Premiere im Herbst 2013.

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Prof. Dr. Eckart Kröplin

„Musik aus Licht“

Prof. Dr. Eckart Kröplin zum 80. Geburtstag
Seine starkbändigen Publikationen gehören zum unverzichtbaren Bestand der Fachbibliothek im Lohengrinhaus der Richard Wagner Stätten Graupa. Sie künden von einem gewaltigen wie bemerkenswerten Lebenswerk. Wenngleich es nur eine Seite von Eckart Kröplins umfangreichem geistigen Vermächtnis ist. Mit ihnen ist und bleibt er in den Fachbibliotheken Deutschlands und darüber hinaus präsent. Dabei lässt sich sein Wissen und Wirken keinesfalls auf Richard Wagner begrenzen, sondern er gilt als derzeitiger Nestor der Dresdner Musikwissenschaft. Während der inhaltlichen Aufbauphase der Richard-Wagner-Stätten Graupa für die Dauerausstellung im Jagdschloss stellte er sich dem Museumsteam unter Katja Pinzer-Hennig und externen Fachkräften wie Michael Hurshell und Dr. Reiner Zimmermann, zwei weitere Wagner-Experten, mit Rat und Tat zur Verfügung. Nach der Eröffnung des Hauses im Wagner-Jubiläumsjahr 2013 steuerte er einige hochinteressante Fachvorträge bei.
Diese Verbindungen mit Eckart Kröplin gehen weiter zurück: Bereits in den 90er Jahren richtete er im Lohengrinhaus eine Musikkonferenz aus. 2011 war er Referent bei der internationalen Tagung „Richard Wagner und das Motiv der Suche“. Er hat immer etwas Bedeutsames zu sagen und in der Fachwelt beizusteuern. Dabei tritt er sachkundig, korrekt und äußerlich bescheiden auf. Alles Gesagte und Geschriebene bürgt für Richtigkeit und Wahrhaftigkeit.
Geboren am 25.11.1943 in Greifswald, machte er sich an der Seite seines sehr versierten Vaters Karl-Heinz Kröplin frühzeitig auf in die Welt der Musik-, Kunst-, Theater- und Kulturgeschichte. Dabei war von beiden Kröplins der berufliche Zielpunkt immer das Musiktheater, die schöpferische Umsetzung des gewaltigen europäischen Kulturerbes und des Gegenwartsschaffens auf der Bühne. Als szenischer Darstellungswert für die fortschreitende Gegenwart, für uns heute. Nach dem Studium der Musikwissenschaft an der Universität Leipzig war Eckart Kröplin als Lektor bei Breitkopf & Härtel/Deutscher Verlag für Musik in Leipzig tätig; dort 1982 Professur für Theorie und Geschichte des Musiktheaters an der Theaterhochschule, ab 1984 Chefdramaturg an der Semperoper Dresden, später Dramaturg an verschiedenen Theatern in Sachsen und Thüringen (u.a. am Theater Rudolstadt mit dem Versuch einer Renaissance des Opernwerkes von Siegfried Wagner). Er war zudem Gastdozent im In- und Ausland und wurde darüber hinaus mit zahlreichen fachwissenschaftlichen Publikationen bekannt.
Kehren wir zum Schluss zu der stetig wachsenden, inzwischen mehr als 1500 Buchpositionen umfassenden Wagner-Bibliothek im Lohengrinhaus zurück. Eckart Kröplins Erörterung „Richard Wagner. Theatralisches Leben und lebendiges Theater“ von 1989 bereicherte als erste seiner Publikationen den Bibliotheksbestand. Zu den vorhandenen Werken zählen auch seine in jüngerer Zeit erschienen Veröffentlichungen. In der 2005 begonnenen Reihe „wagnerspectrum“ und der seit 2014 lose herausgegebenen Reihe „Wagner in der Diskussion“ findet sich mit Aufsätzen u.a. zu dem brisanten Thema „Wagner und der Kommunismus“, eine faktenreiche, ganz sachliche und dadurch überzeugende Darstellung des immer revolutionär gebliebenen Richard Wagner.
Ebenso gewinnbringend ist die mehrbändige Darstellung „Musik aus Licht“ – eine Retrospektive der gesamten so genannten abendländischen Kunst und Kultur, Musik und Literatur aufgrund der Faktenfülle und akribisch recherchierter Textquellen. War und ist die Wagner-Chronik (1983) von Karl-Heinz Kröplin ein gern genutztes Standardwerk für den schnellen Gebrauch, erweist sich dieses monumentale Kompendium als umfassende Fundgrube biografischer Details auf dem gegenwärtigen Forschungsstand.
Alles hier nur kurz Genannte beinhaltet das kaum überschaubar große Feld, das Kröplin mit Ausdauer und Sachverstand bewältigt hat. Diese Bücherbände allein bedeuten schon eine gewaltige Lebensleistung! Eine unbedingte Empfehlung, einsehbar in jeder gut sortierten Bibliothek und eben auch im authentischen Graupaer Wohnort Wagners.

Wir gratulieren Eckart Kröplin an dieser Stelle zu seinem hohen Ehrentag und wünschen weiterhin alles erdenklich Gute.

Christian Mühne/Katja Pinzer-Hennig

Mährisch-Schlesisches Theater Ostrau
Tannhäuser-Jubel
Schlesisches Theater Troppau/Opava

„Tannhäuser“ in Mährisch-Ostrau

Vereinsreise zu Richard Wagner in eine vergessene Kulturlandschaft
Überall Wagner. Auf dem Vorhang, im gründerzeitlich überladenen Kabuff der Venus, selbst die Figur des Tannhäuser kam zwei Aufzüge lang als das Abbild des Meisters daher. Und aus dem Schnürboden hing zur Ortsbestimmung das Autoemblem des DDR-Wartburg 311 mit dem Schriftzug Wartburg. Alles passend zusammengefügt zu einem Rahmen, der bestens zur Handlung der Oper „Tannhäuser“ passt und diese illustriert. Die Figuren und Kostüme sind mit Bedacht gewählt und Regisseur Jiri Nekvasil lässt inhaltlich keine Fragen offen. Den Rest erledigen ein bestens aufgelegtes Orchester unter der Stabführung von Adam Sedlicky, die glänzenden Solisten und der grandios intonierende und stimmig erscheinende Chor. Die betörende wie betäubende Musik Richard Wagners verbindet alles zu einem logisch strukturierten Gesamtkunstwerk. Mit einem Augenzwinkern kamen Moral erhobener Zeigefinger daher.
Das Hotel Imperial in Ostrau war der ideale Standort, um fußläufig die Aufführung im liebevoll sanierten Mährisch-schlesischen Theater zu besuchen. Es stimmte einfach alles und es sind die kleinen, nicht so bekannten Häuser, die überraschen. Rundum berechtigte Begeisterung bei den Besuchern für den erlebten „Tannhäuser“ als ein Gesamtkunstwerk, in dem auch Richard Wagner und seiner Zeit kritisch gehuldigt wurde.
Mährisch-Schlesien – wo liegt das? In Mitteleuropa! Mährisch-Ostrau (tschechisch: Ostrava) eine von Kohle und Stahl geprägte Industriestadt ist drittgrößte Stadt Tschechiens und wurde wie die Region am Ende des Zweiten Weltkrieges schwer in Mitleidenschaft gezogen, die mit Geschichte, Landschaft und kulturellem Reichtum gesegnet beeindruckte. Sachsen-Teschen, das Hultschiner Ländchen und das Herzogtum Troppau hatten Geschichte gemacht, haben eine gute Gegenwart und müssen um die Zukunft nicht bangen. In ihrer Weisheit haben die Tschechen bis heute nicht den Euro eingeführt und setzen auf ihre sehr stabile Krone.
Dieser vom Preußenkönig Friedrich II. bei der Inbesitznahme des Landes vergessene Teil Schlesiens blieb bis 1918 durch die österreichischen Habsburger geprägt, war nach dem Ersten und auch Zweiten Weltkrieg Zankapfel zwischen Polen und der Tschechoslowakei und befindet sich heute im positiven Strukturwandel. Was der Zweite Weltkrieg nicht zerstörte und heute saniert oder restauriert ist, zeigt eine nicht geahnte Pracht. Der Reichtum aus Kohle und Stahl zeigt sich in den prächtigen Theaterbauten in Ostrau und Troppau (tschechisch: Opava). Beide sind jeden Besuch wert, auch das am Rande Troppaus gelegene Eichendorff-Schloss Krawarn mit seinem traumhaft schönen Park. Wir hörten und sahen viel. Dazu kamen die alte im letzten Krieg nicht zerstörte Bischofsstadt Olmütz und Iglau, wo der Komponist Gustav Mahler aufwuchs und entscheidende Prägungen erhielt. Die in der Diktion und bestem Deutsch perfekte Führung im Mahler-Haus von Iglau war dann die Krönung. Dieses Schnuppern und kurze Kennenlernen forderte förmlich zum nochmaligen Besuch auf.

Fotos: Petra und Ernesto Weniger, Dr. Robert Rohrberg, Heike Budde, Thomas Krakow

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Stärkung vor Wagner H.u.E. Budde, W. König, Th. Krakow
Geschafft Philharmoniker, Solisten
Wiedersehen nach vier Jahren Thomas Krakow, Jussi Juola

Wiedersehen mit finnischem Wagner-Stipendiaten Jussi Juola an der Warnow

Vereinsmitglieder besuchen 1. Philharmonisches Konzert der Saison in Rostock
FEUERZAUBER war der Titel des Konzerts, das an drei Tagen in Rostock gegeben wurde. Einige Mitglieder unseres Zentrums hatten sich für den Besuch entschieden. Mecklenburg-Vorpommerns einzige Großstadt lockte mit einem besonderen Aufführungsort. Das Konzert fand in einer der wenigen noch existierenden Hallen der renommierten Warnow-Werft statt, nach der deutschen Einheit vor 33 Jahren erst in der Dauerkrise und nun längst abgewickelt und abgerissen. Ein spezieller Ort, der mit seinem Ambiente Atmosphäre schuf, die im viel zu kleinen Volkstheater, Dauerinterim seit der Kriegszerstörung des bürgerlichen Prachtbaus am Steintor 1942, gar nicht hätte aufkommen können. Und es wurde Spitzenklasse geboten. Das verstärkte Rostocker Orchester hatte sich Sänger eingeladen, mit denen es den 1. Aufzug sowie am Ende Wotans Abschied und Feuerzauber aus „Die Walküre“ von Richard Wagner bot und dazwischen – clever eingewebt – mit einem genialen Übergang von Arnold Schönbergs op. 34 „Begleitmusik zu einer Lichspielszene“ zu Wotans Abscheid. Fehlte einem zuvor der Glaube, so überzeugte GMD Marcus Bosch mit seinen Philharmonikern vom so überraschenden wie reibungslosen Verschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk. Das Publikum war so übermannt wie begeistert und spendete heftigen Applaus. Natürlich und vor allem auch für die Sänger. Der Chilene León de la Guardia, Typ Latin Lover par excellence, der ein wenig an den jungen Jonas Kaufmann erinnerte, legte einen geschmeidigen Siegmund mit einem formidablen Wälseruf auf und bot mit Manuela Uhl „Winterstürme“, die nichts zu wünschen übrig ließen. Uhl gab eine mitfühlende, sensible und emotional ergriffene Sieglinde. Paul Gay, dessen signalrote Hose den Feuerzauber noch unterstrich, ließ Wotans Abscheid tief unter die Haut gehen. In dieser Werkshalle klang das „norddeutsche Bayreuth“ an, wie Rostock mit seinem Theater einmal genannt wurde. Leider verschweigt das gehaltvolle Programmheft dazu das Jahr 1933, als ausgerechnet in Rostock das wiederentdeckte Fragment von Wagners erster Oper „Die Hochzeit“, uraufgeführt wurde. Erfreulich war die Wiederbegegnung mit dem exzellenten Hunding – dem Finnen Jussi Juola. Der Bassbariton ist seit 2020 am Volkstheater fest angestellt und war 2019 als Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes Leipzig bei den Bayreuther Festspielen. Der letzte Jahrgang, an dem unser Vorsitzender Thomas Krakow noch in seiner alten Funktion als Vorsitzender des RWV Leipzig beteiligt war.

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Geschäftsstelle am Domplatz 7
Blumen für die Mutter: Feisst, Milanollo, Krakow
Gedenkstein, wo einst das Wohnhaus der Bäckerfamilie Pätz stand

Muttergedenken, Vereinsvorstellung und Großes Abendkonzert

Das war ein volles Programm für unseren Vereinsvorsitzenden Thomas Krakow am 10. September 2023. Deutschlandweit war, wie an jedem zweiten Wochenende im September, der Tag des offenen Denkmals, an dem traditionell viele Kultur- und Geschichtsinteressierte unterwegs sind. Das wurde genutzt, um unseren Verein in Merseburg und für Besucher von außerhalb vorzustellen.
Und das kam an. Die weitesten Besucher kamen aus Sondershausen aber auch Gäste aus Leuna oder Merseburg informierten sich. Gefreut hatten wir uns, Besuch aus dem Nachbar-Wagnerort Ermlitz begrüßen zu können. Frau Gabriela Mackenthun, Schlossherrin auf Gut Ermlitz, wo Richard Wagner – und nicht nur er – einen erholsamen wie inspirierenden Musenhof gefunden hatte, schaute einmal bei den „Nachbarn“ in Merseburg herein.
Während Schatzmeisterin Simone Rudolph unnd Öffentlichkeitschefin Winifred König gemeinsam mit den Mitgliedern Dr. Barbara Linse und Dr. Dieter Reiche die Stellung hielten, konnte Vorsitzender Thomas Krakow einen Abstecher in die 16 Kilometer entfernte Nachbarresidenzstadt Weißenfels unternehmen. Denn nach dem Besuch in der Geschäftsstelle wollten die ausländischen Besucherinnen Bernadette Feisst aus Zürich und Katharina Milanollo aus Linz gemeinsam mit Krakow und einem Blumenstrauß Richard Wagners Mutter Johanna Rosina an ihrem Geburtsort ehren, denn deren Geburtstag wäre am Vortag gewesen. Krakow nutzte gleich die Gelegenheit, den beiden Damen das Haus zu zeigen, in dem der große Wagnerbiograf Martin Gregor-Dellin Kindheit und Jugend verbracht hatte, ebenso das Wohn- und Sterbehaus und das Grab von Novalis, des Dichters der blauen Blume.
Am Abend besuchten alle sowie weitere Vereinsmitglieder das große Abendkonzert während der tagszuvor eröffneten Merseburger Orgeltage im 1002 Jahre alten Kaiserdom, das dem 150. Geburtstag des Komponisten und Organisten Max Reger gewidmet war. Neben Bach, Brahms, Liszt und natürlich Reger wurde auch das Vorspiel zu „Parsifal“ von Richard Wagner gegeben. Merseburg und die Region lebten im großen Stil Musik.

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Aktuelle Aufführungen in Mitteldeutschland

(Detailinformationen bei den Häusern)

8. Februar 2024
Staatstheater Meiningen

Die Feen

Romantische Oper in drei Akten.
Uraufführung: 29. Juni 1888 am Königlich bayrischen Hof- und Nationaltheater München

Foto: Christina Iberl

10. Februar 2024
Oper Leipzig

Tristan und Isolde

Musikdrama in drei Aufzügen
Uraufführung: 10. Juni 1865 am Königlich bayrischen Hof- und Nationaltheater München

Foto: Tom Schulze

18. Februar 2024
Anhaltisches Theater Dessau

Tristan und Isolde

Musikdrama in drei Aufzügen
Uraufführung: 10. Juni 1865 am Königlich bayrischen Hof- und Nationaltheater München

Foto: Claudia Heysel

25. Februar 2024
Anhaltisches Theater Dessau

Tristan und Isolde

Musikdrama in drei Aufzügen
Uraufführung: 10. Juni 1865 am Königlich bayrischen Hof- und Nationaltheater München

Foto: Claudia Heysel

9. März 2024
Harztheater Halberstadt

Das Rheingold (Premiere)

Vorabend des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“
Uraufführung: 22. September 1869 im Königlich bayerischen Hof- und Nationaltheater München

Abbildung (Plakat): Harztheater

9. März 2024
Gerhard Hauptmann Theater Görlitz-Zittau, Haus Görlitz

Der fliegende Holländer (Premiere)

Romantische Oper in drei Aufzügen
Uraufführung: 2. Januar 1843 am Königlich sächsischen Hoftheater Dresden

Foto: Pawel Sosnowski

Unsere Angebote

Bei unserem Verein können Sie folgende Produkte und Dienstleistungen bestellen.
Dabei hat alles seinen Preis, den Sie bei uns anfragen können.
Stadtführungen Dresden

Stadtführungen
in Leipzig oder Dresden

Tagesfahrten

Tagesfahrten zu Wagner-Orten –
zum Teil mit Orgelanspiel

Flyer Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland e.V.

Flyer aller vorgestellten Orte –
auch als praktische Flyerbox erhältlich

Vorträge und Ausstellungen