Archiv Aktuelles

Fotos: RWZM

„Am Grabe Richard Wagners“
Zum 139. Todestag des Meisters im Garten von Haus Wahnfried

Kaiserwetter über Bayreuth am 139. Todestag des kleinen Sachsen, der die Welt bis heute musikalisch verzaubert. Kein Wunder, hatte er doch zur ersten wirklichen Einheit Deutschlands, der Gründung des Zweiten Deutschen Kaiserreiches vor 151 Jahren, einen Kaisermarsch (WWV 104) komponiert. Er hatte es sich also verdient.
Sechs Mitglieder unseres Vereins und ein Kind wollten des Meisters gedenken. Die Stadt hatte bereits den wiederverwendbaren abwaschbaren Plaste-Kranz aufgestellt. Damit machte man deutlich, dass der Mann nicht vergessen ist, dem Bayreuth soviel verdankt. Gibt es noch jemanden in der Stadt, der irgend etwas mit Richard Wagner zu tun hat? Am Grab war es nicht sichtbar. Zwei Blumensträuße zeugten von Freunden, Verehrern oder Interessierten. Ein junger Mann, Student aus Bremerhaven, suchte in Gedanken versunken die Stille am Grab. Die kleinen Gesten beeindruckten. Freund und Wagnerkenner Dr. Frank Piontek ordnete als Bayreuther Bürger den Komponisten vor Ort ein und in die unsachgemäßen ahistorischen Forderungen um Namenstilgungen an Straßen und Plätzen in Deutschland. Er tat es wie immer charmant und souverän. Ansonsten lud das Wetter zum Bummel durch die Stadt ein, die voll von Besuchern und Einheimischen war. Zum Abschluss pflichtgemäß noch einmal am Wolfgang-Wagner-Platz ein Blick auf das Festspielhaus. Gemeinsam mit Reisebusinsassen aus Cottbus. Ex oriente lux.

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Oper Leipzig
Foto: Kirsten Nijhof
Katharina Wagner
Foto: RWZM
„Lohengrin besiegt Telramund“
Gemälde von Ferdinand Leeke © RWZM

Kein Wagner mit Wagner am Augustusplatz

Richard Wagners Urenkelin Katharina sagt „Lohengrin“ in Leipzig ab
Nach dem „Tannhäuser“ 2018 nun der „Lohengrin“ 2022. Die künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der „Richard-Wagner-Festspiele“ im fränkischen Bayreuth sagt auch ihren zweiten Versuch ab, im Haus am Augustusplatz eine Oper Ihres Urgroßvaters Richard Wagner zu inszenieren. Wie die Leipziger Volkszeitung am 5. Februar 2022 berichtete, gab die Oper Leipzig dies am 4. Febraur 2022 bekannt. Danach lässt sich alles auf den kurzen Nenner Corona und Zeitmangel bringen.
Eine Premiere soll es am 23. März d. J. trotzdem geben. Die nur einmal am 2. November 2020 gespielte und auf die damals zulässige Zeit reduzierte Kurzfassung des „Lohengrin“ eines künstlerischen Teams um Patrick Bialdyga von der Leipziger Oper soll zu einer „Hausinszenierung“ weiterentwickelt werden. Man darf gespannt bleiben.
Der Kartenverkauf beginnt am 15. Februar 2022.
Aktuelles Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland e.V. Foto: Reiner Zensen
Aktuelles Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland e.V.
Aktuelles Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland e.V. Foto: Danny Pockrandt

Parlamentsgespräch im Ständehaus zu Merseburg
Herfried Münkler „Marx, Wagner, Nietzsche – Welt im Umbruch“

Wir arbeiten zielstrebig an einem eigenen Programm aus der Mitte Mitteldeutschlands heraus. Wenn die pandemische Lage es zulässt, wird der Auftakt im März 2022 sein.

Unter dem Motto Parlamentsgespräche werden wir im Ständehaus zu Merseburg, dem ehemaligen Provinzialparlament der preußischen Provinz Sachsen, den Autor Herfried Münkler zu Gast haben mit seinem neuen Buch „Marx, Wagner, Nietzsche – Welt im Umbruch“. Münkler ist in der öffentlichen, politischen wie in der gesellschaftlichen Debatte ein gefragter Gesprächspartner. Wir freuen uns, ihn in der Region zu begrüßen, aus der Richard Wagner und Friedrich Nietzsche stammen und wo über vierzig Jahre Marx’sche Lehren zum Gesetz erhoben waren.

Ort: Ständehaus Merseburg, 4. März 2022, 17:00 Uhr, Eintrittspreis: 12,00 Euro

Beschränkte Platzzahl. Verbindliche Kartenbestellung unter: info@richard-wagner-zentrum.de oder 0177 768 6016.

Fotos: RWZM

Erfolgreiche Aktivitäten im Januar

Die Oper Leipzig konnte im Januar das Frühwerk Richard Wagners aufführen, also jene Opern, die nach einem ungeschriebenen Gesetz nicht zum Kanon im Bayreuther Festspielhaus gehören. Einige unserer Mitglieder besuchten am 23. Januar 2022 „Das Liebesverbot – oder die Novize von Palermo“, am 29. Januar 2022 „Rienzi, der Letzte der Tribunen“ und am 30. Januar 2022 Wagners erstes Opernwerk „Die Feen“. Von „Die Feen“ war der Leipziger Student Paul L. aus Heidelberg so angetan, dass er nach der Diskussion mit dem Vorsitzenden Thomas Krakow spontan Mitglied in unserem Verein wurde. Vorausgegangen waren Besuche des Vorsitzenden mit Gästen vom Harz und aus Baden am Gedenkstein für das abgerissene Geburtshaus von Richard Wagners Mutter Johanna Rosina, geborene Pätz, in der Marienstraße in Weißenfels.

Reisemotto, frei nach Fontane
Foto: RWZM
Der Anlass der Reise
Foto: Bernd Uhlig
Neuruppin mit Parzival-Skulptur (rechts)
Foto: RWZM

Reise des Richard-Wagner-Verbandes Wien nach Berlin gerettet Vereinsvorsitzender übernimmt kurzfristig Reiseleitung zum „Herheim-Ring“

Es ging ganz schnell, nachdem der Notruf wegen akuter Erkrankung von Liane Bermann, Vorsitzende des RWV Wien, in Mitteldeutschland durchdrang und unser Vorsitzender Thomas Krakow für diese Verbandsreise als Leiter einsprang. Er führte die Teilnehmer auch stadtplanerisch durch Ost-Berlin und das Regierungsviertel sowie kultur-historisch durch Potsdam und die Fontane-Orte Wuthenow, Neuruppin und Rheinsberg. Gänsehaut gab es am Stechlin-See, hat man Bild und Ton der Verfilmung dieses Fontaneschen Weltabschiedswerks im Jahr 1975 durch den NDR noch im Kopf mit dem unvergleichlichen Arno Assmann in der Hauptrolle. Wer Krakow nimmt, musste dann auch aushalten, dass die ganze Geschichte der Mark Brandenburg, der Hohenzollern und vor allem der Askanier mit abfiel. Denn woher hat Berlin sein Wappentier? Von Albrecht dem Bären aus Bernburg.
Lästig aber notwendig war die tägliche Covid-Test-Prozedur im Testzentrum und deren Kontrolle vor jeder Aufführung in der bis auf den letzten Platz besetzten Deutschen Oper an der Bismarckstraße. Zur Entschädigung gab es Live-Musik eines mitteldeutschen Komponisten vom Feinsten und die Inszenierung der Tetralogie von Stefan Herheim. Die wird in Berlin schon liebevoll „Schiesser-Ring“ genannt, weil es auch eine Werbeshow für diesen Unterwäscheproduzenten sein könnte. Herheim ist in der Lage, große Bilder zu schaffen und ebensolche Gefühle zu erzeugen, um sie danach radikal zu zerstören. Am Ende wischt eine Putzfrau alles weg. Besser so? Jeder sollte sich eine eigene Meinung bilden, denn über Geschmack lässt sich streiten. Aber Krakow wäre nicht Krakow, wäre bei soviel Zeit in der Deutschen Oper nicht auch die Zahl seiner eigenen Vereinsmitglieder gestiegen. Am Ende war Zufriedenheit auf allen Seiten.

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Fotos: Daniel König

Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland gedenkt des Todestages von Richard Wagners Mutter Johanna Rosina

Der Todestag von Richard Wagner Mutter, Johanna Rosina Geyer, geborene Pätz, verwitwete Wagner, jährte sich am 9. Januar 2022 zum 174. Mal. Sie starb in Leipzig und wurde auf dem Johannisfriedhof beigesetzt. Unser Verein gedachte ihr mit einem Blumengruß. Der 1910 aufgestellte Grabstein für sie und ihre Tochter Rosalie Marbach war bis 1937 die einzige größere Erinnerungsstätte an Richard Wagner, da das Denkmal von Max Klinger gescheitert war.
Wir fühlen uns der Erinnerung an Richard Wagner und seine Familie an allen relevanten Orten in Mitteldeutschland verpflichtet. Wer mehr über die wagnerschen oder wagnernahen Grabstellen auf dem heutigen musealen Parkfriedhof in Leipzig erfahren möchte, dem empfehlen wir das Buch von Ursula Oehme „Die Ruhestätten der Familie Wagner auf dem Alten Johannisfriedhof zu Leipzig“, das bei uns erhältlich ist.

Aktuelles Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland e.V. In Loriots rotem Sessel
Jan-Josef Liefers
Aktuelles Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland e.V. Mit langem Dank bedacht
Solisten, Orchester
Aktuelles Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland e.V. Überzeugende Solisten – Miina-Liisa Värelä (Brünnhilde), Thomas Mohr (Siegmund/Siegfried)

Wagner für alle: „Der Ring an einem Abend“ in Weimar
Das Deutsche Nationaltheater bietet Wagner von Loriot

War das ein Abend am 17. Dezember in Weimar.  Die Wagner-feste Staatskapelle Weimar unter der Stabführung von Heiko Mathias Förster, Solisten, deren Stimmen mit jedem Ton den Meister klingen ließen und ein kulturhungriges Publikum. Und natürlich Jan-Josef Liefers. Der ist nicht Loriot. Doch als er am Beginn der Handlung „Das Rheingold“ und sein Personal erläuterte, reichte ein, nein, sein Artikulieren des Namens Alberich, um eine emotionale Aufwallung beim Publikum auzulösen, die klar machte, dass Prof. Karl-Friedrich Börne, fernsehbekannter Gerichtsmediziner aus dem „Tatort Münster“ hier süffisant erklärt, zuspitzt, überspitzt. Die unausgesprochene Übereinkunft sagte, es ist sein Abend. Doch die Grenzen sind fließend. Alle gehen in Wagners Werk auf. Nicht nur die Künstler und das beflissen lechzende Kulturbürgertum, auch die auffallend vielen Musikstudenten der Hochschule „Franz Liszt“, die während der Pause das eine oder andere Stück anstimmten. Der ganze Abend war ein Fest für die Sinne. Und damit möglichst viele Menschen daran teilnehmen konnten, fand es in der geräumigen Weimarhalle statt.
Es war die erste Gelegenheit, uns mit unseren druckfrischen Mitteldeutschen Richard-Wagner-Nachrichten und Flyern bekannt zu machen . Das Publikum hat sie uns förmlich aus den Händen gerissen. Vielen Dank den Mitarbeitern vom Besucherdienst des DNT für die Unterstützung.
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Aktuelles Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland e.V. Wagner Heft 1/2021

Ob anlaog oder online – wir präsentieren uns

An allen Ecken und Enden wird geklagt, was Corona alles verhindert. Selbst das Pflegen oder Aktualisieren von Internetseiten scheint in Zeiten von „Heimarbeit“ oder „Wohnbüro“ nicht möglich zu sein. Dem wollen wir etwas entgegensetzen. Unsere Energie werden wir nicht verschwenden für das Suchen von Gründen, warum etwas nicht geht, sondern nach Möglichkeiten und Wegen, wie es doch gehen kann. Deshalb wurde am 30. Mai 2021 unser Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland gegründet.
Danach begann die Aufbauarbeit – wie immer ehrenamtlich, in der Freizeit, mit viel Engagement und manchen Steinen im Weg, die es wegzuräumen galt und gilt. Sysiphos wird
man hier aber nicht am Werk sehen, denn wir haben uns geschworen, nur so lange am Werk zu sein, wie es Spaß macht. Und klar ist auch – Richard Wagner steht im Mitttelpunkt. Trotzdem sind wir kein Richard-Wagner-Verband. Nicht nur in Mitteldeutschland werden die in der Fläche unauffälliger. Deshalb sehen wir uns als sinnvolle Ergänzung.
Wir können aber nur wirklich aktuell, informativ und unterhalsam sein, wenn uns unsere Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit dabei unterstützen. Geben Sie uns bitte Rückmeldungen, was wir besser, oder richtiger machen können. Davon lebt ein Verein. Wir freuen uns darauf.

Wagner Heft 1/2021