Aktuelle Aufführungen
in
Thüringen

Richard Wagner in Thüringen

Seit der Zerschlagung des Reichs der Thüringer durch die Franken 531 war Thüringen weniger Land denn eine höchst beeindruckende Landschaft. Vor allem das Baummeer des Thüringer Waldes, von den Zinnen der Wartburg betrachtet, lässt romantischen Träumereien freien Lauf. Abgesehen von Rudolstadt war die Wartburg Richard Wagners erste bewusst-inspirierende Begegnung mit Thüringen, als er 1842 von Paris kommend auf der Via Regia seinem zu Lebzeiten größten Erfolg als Komponist und Kapellmeister, der Premiere des „Rienzi“ in Dresden, entgegenfuhr. Der Ort bei den Hörselbergen oberhalb von Eisenach beflügelte seine Phantasie zur wohl romantischsten, im eigentlichen Sinne deutschen Nationaloper – Tannhäuser. Sie spielt in der Blütezeit des letzten umfassenden Staates, der Landgrafschaft Thüringen. Die zerfiel, als Heinrich Raspe, letzter Landgraf aus dem Geschlecht der Ludowinger und Gegenkönig zum in Italien kämpfenden Staufer Friedrich II., 1247 kinderlos starb. Die folgenden Zwistigkeiten führten zur Herrschaft der Wettiner in weiten Teilen des Landes, dem Verlust der hessischen Gebiete und, neben der dauerhaften Existenz reußischer und schwarzburgischer Fürstentümer, zur vielmaligen Aufsplitterung in sächsisch-ernestinische Kleinstaaten. Thüringen als Land trat erst 1920 wieder in die Geschichte ein, das bis 1945 preußische Erfurt wurde 1948 seine Hauptstadt. Mehr noch als in Sachsen und Sachsen-Anhalt führte die Existenz politisch und militärisch unbedeutender aber durch Heiratspolitik in Europa weit vernetzter Kleinstaaten zu kultureller Blüte und der Anlage von Musenhöfen. Das Großherzogtum Sachsen Weimar-Eisenach als bedeutendster Staat erlebte dank der russischen Mitgift der Großherzogin Maria Pawlowna nach dem goldenen der Weimarer Klassik zu Wagners Zeit ein silbernes Zeitalter. Hofkapellmeister Franz Liszt, Freund, Verehrer und späterer Schwiegervater des Komponisten, spielte eine entscheidende Rolle bei der Flucht Wagners 1849 ins Schweizer Exil und setzte mit der Uraufführung des „Lohengrin“ am 28. August 1850 in Weimar den Schlussakkord der prägenden Beziehung Richard Wagners zu Mitteldeutschland. Rudolstadt im Sommer 1834 brachte den Sachsen mit der Thüringer Bratwurst in Berührung, während man in Weimar, Altenburg, Gera und Meiningen Rezeptionsgeschichte schrieb. Letzteres stellte unter seinem kunstsinnigen Herzog Georg II. den Bayreuther Festspielen zu Beginn die meisten Musiker.

Eisenach
Eisenach
Eisenach

Eisenach und Wartburg

Ehemalige Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Eisenach. Treffen Wagners mit Weimarer Großherzogin Maria Pawlowna 1849 im Stadtschloss. Oesterlein-Wagnersammlung im Reuter-Wagner-Museum. Wartburg als Inspirationsquell und Aufführungsort der Oper „Tannhäuser. UNESCO-Weltkulturerbe.

Meiningen
Meiningen
Meiningen

Meiningen

Residenz des Theaterherzogs Georg II., dessen letzte Frau mit Cosima Wagner befreundet war. Hofkapelle stellt größte Musikerzahl bei Eröffnung der Bayreuther Festspiele. Wirkungsstätte von Hans von Bülow, Brahms und Reger.

Weimar
Weimar
Weimar

Weimar

Ort etlicher Treffen mit Hofkapellmeister Franz Liszt, Freund, Förderer und späterer Schwiegervater. Uraufführung des „Lohengrin“ 1850. Großherzogliche Residenz. Sterbeort Friedrich Nietzsches. UNESCO-Welterbe Bauhaus.

Magdala
Magdala
Magdala

Magdala

Von Liszt organisiertes Versteck im Hause des Ökonomierats Wernsdorf, vom 19. bis 24. Mai 1849 inkl. 36. Geburtstag. Gedenktafel an der Richard-Wagner-Straße. Wagnerbuche. Von Wagner bespielte originale Hoppe-Orgel in der Kirche.

Rudolstadt
Rudolstadt
Rudolstadt

Rudolstadt

Schwarzburgische Residenz mit imposantem Schloss Heidecksburg. Eng mit Schiller und Goethe verbunden. Stationsort mit dem Magdeburger Theater 1834. Gefühlsstürme mit Minna Planer. Gedenktafel am Neubau des Wohnhauses.

Altenburg
Altenburg
Altenburg

Altenburg

Ehemalige herzogliche Residenz über die der steckbrieflich gesuchte Wagner 1849 zu Franz Liszt nach Weimar floh. Residenztheater vom Architekten des Bayreuther Festspielhauses, Otto Brückwald. Wagner-Aufführungstradition am Theater. Ausbildungsstätte Wieland Wagners 1943/44. Erste Schritte zum Neubayreuther Stil.

Aktuelle Aufführungen in Thüringen

(Detailinformationen bei den Häusern)

Januar 2023

6. Januar
„Der fliegende Holländer“,

Staatstheater Meiningen, Großes Haus

Februar 2023

11. Februar
VORSCHAU: „Die Nibelungen“,

Trauerspiel von Friedrich Hebbel, DNT Weimar, Weimarhalle

März 2023

18. März
„Der Ring an einem Abend“ mit Dagmar Manzel,

Staatstheater Meiningen, Großes Haus

19. März
„Der Ring an einem Abend“ mit Dagmar Manzel,

Staatstheater Meiningen, Großes Haus

April 2023

6. April
„Der fliegende Holländer“,

Staatstheater Meiningen, Großes Haus

7. April
„Der Ring an einem Abend“ mit Dagmar Manzel,

Staatstheater Meiningen, Großes Haus

26. April
„5. Sinfonie-Konzert – Philosophie und Mystik“,

u.a. mit 7 Fragmenten zu „Parsifal“ (Fassung Ruzicka), Staatstheater Meiningen, Großes Haus

Mai 2023

12. Mai
„Tannhäuser – oder der Sängerkrieg auf Wartburg“,

Wartburg, Eisenach

19. Mai
„Tannhäuser – oder der Sängerkrieg auf Wartburg“,

Wartburg, Eisenach

27. Mai
„Tannhäuser – oder der Sängerkrieg auf Wartburg“,

Wartburg, Eisenach

29. Mai
„Der fliegende Holländer“,

Staatstheater Meiningen, Großes Haus

Juni 2023

1. Juni
„Tannhäuser – oder der Sängerkrieg auf Wartburg“,

Wartburg, Eisenach

3. Juni
„Tannhäuser – oder der Sängerkrieg auf Wartburg“,

Wartburg, Eisenach