Aktuelle Veranstaltungen und Aufführungen Unsere Angebote

»Richard Wagner ist das zentrale Phänomen der deutschen Geistes- und Kulturgeschichte.«

Prof. Dr. Dr. Udo Bermbach

Herzlich Willkommen auf dem Portal
des Richard-Wagner-Zentrums Mitteldeutschland e.V.

Der Titan der Musik, das rastlose Genie, die Nervensäge, der Revolutionär und Schwarm eines Königs wie vieler Frauen und Männer stammt aus der historischen Kulturlandschaft Mitteldeutschland – Richard Wagner. In Leipzig geboren, wuchs er dort und vor allem in Dresden auf, um dann in der Musikstadt Leipzig zum Musiker und Komponisten zu werden. Unser Verein will die Dinge und Themen, die sein Leben ausmachen, sammeln, aufbereiten und zugänglich machen. Die sich hier engagierenden Menschen sind interessiert, neben den historischen Fakten und Hintergründen aktuelle Entwicklungen, vor allem aber die Pflege des Wagnerschen Werkes im Hier und Heute auf den Bühnen, in den Instituten und vor allem in der Gesellschaft unserer Region darstellen. Unser Verein will aber auch für die Orte werben, deren Besuch wegen Wagner, den Aufführungen seiner Werke und manch anderen Attraktionen lohnt. Diese Seiten werden nie vollständig und fertig sein, denn die Realität holt das Erreichte immer wieder ein. Aber so aktuell und realitätsnah wie möglich will unser Verein mit seinem Zentrum sein, informativ und – so hoffen die Macher – interessant. Vielleicht tragen Sie als Besucher dazu bei, fördern und unterstützen dieses Engagement. Wer weiß? Der Vorstand lädt Sie im Namen aller Mitglieder ganz herzlich dazu ein.

Mitteldeutschland. Ein Gesamtkunstwerk
aus Geschichte, Landschaft und Kultur.

Richard Wagner in Mitteldeutschland –
ein Musikgenie und seine Landschaft

Richard Wagner zählt zu den bis heute berühmtesten und weltweit am meisten gespielten deutschen Komponisten. Seine Opern und Musikdramen auf die Bühne zu bringen, gilt bei allen Musiktheatern als größte Herausforderung und ist die Kür im Programm. Sein Leben selbst war opernreif und spiegelt sich in seinen zahlreichen Schriften. Er ist der streitbare aber auch umstrittene Philosoph und Entwickler von Gesellschaftsmodellen unter den Komponisten und revolutionierte die Musik im 19. Jahrhundert. Er schuf das Gesamtkunstwerk, war rastlos und verhalf dabei der Gattung der deutschen Oper zum Durchbruch.

Richard Wagner

Die heutigen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen boten, sieht man einmal von kurzen Zwischenspielen in Böhmen, Königsberg, Riga und Paris ab, bis 1849 die Bühne, auf der sich sein Leben und Werden vollzog, in denen er Spuren hinterließ und sich solche von Land und Leuten tief in ihn eingruben. Seine Geburtsstadt, die Musikstadt Leipzig, bot ihm alles, um Musiker zu werden, nur keine berufliche Perspektive. Dresden, die Stadt, in der er die längste Zeit seines Lebens verbrachte, bot ihm nicht nur den größten musikalischen Triumph und die für ihn höchste gesellschaftliche Stellung aber auch die Gelegenheit als radikaler Revolutionär dies alles aufs Spiel zu setzen. Sein erstes Engagement führte ihn nach Bad Lauchstädt, Rudolstadt und Bernburg sowie Magdeburg, wo es ihm gelang, erstmals eine eigene Oper aufzuführen. Die Wartburg in Eisenach inspirierte ihn zum „Tannhäuser“ und in der damaligen großherzoglichen Hauptstadt Weimar brachte Franz Liszt am Hoftheater 1850 Wagners „Lohengrin“ zur Uraufführung. Da hatte sich mit dem Exil in der Schweiz das Kapitel Mitteldeutschland längst für Wagner geschlossen, der „wegen wesentlicher Theilnahme“ an der Revolution in Dresden steckbrieflich gesucht wurde. Rien ne va plus? Zumindest bis 1860. Dann wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen, allerdings mit Mitteldeutschland als Nebenschauplatz. Die erste Aufführung seines Mega-Werkes, der Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“, außerhalb Bayreuths ging in seiner Geburtsstadt über die Bühne, mit Folgen, die er und seine zweite Frau Cosima damals noch gar nicht ermessen konnten. Er jedenfalls zeigte ihr in einem Anflug von Sentimentalität noch einmal alle seine Lebensstationen in diesem kultur- und geschichtsträchtigen Teil Deutschlands. Unser Verein zeigt all das auf und liefert bei Bedarf nähere Informationen dazu.

Aktuelles

Neue Geschäftsstelle für unser Wagner-Zentrum
Wenn Steine reden könnten. Die Geschichte springt einen hier förmlich an, steht man auf dem Dom- und Schlossberg zu Merseburg. Bei den Vereinigten Domstiftern zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz nutzen wir ab 1. September die Räumlichkeiten am Domplatz 7, die ein leistungsfähiges Büro, einen Versammlungs- und Vortragsraum und eine umfängliche Bibliothek mit Magazin umfassen, die auf Zuwachs angelegt ist. Termine nach Vereinbarung.
Mitteldeutsche Richard-Wagner-Nachrichten mit Sonderausgabe Wagner 22 ab 19. Juni erhältlich
Unsere Mitteldeutschen Richard-Wagner-Nachrichten entwickeln sich zügig zu einem Klassiker und begehrten Sammel-Objekt. Deshalb haben wir eine Sonderausgabe Wagner 22 mit speziellen Themen aber auch ganz normalen Nachrichten aufgelegt. Wir würdigen u.a. drei Generationen Wagner-Sänger, wie Philipp Jekal aus Sachsen-Anhalt, der eine atemberaubende Karriere begonnen hat, Magnus Vigilius aus Dänemark, der dem Zenit als Heldentenor, u.a. in der Rolle des Stolzing in Leipzig entgegenstrebt und KS Prof. Bernd Weikl zu seinem 80. Geburtstag. Das, eine Einordnung des scheidenden Intendanten und GMD der Oper Leipzig und vieles mehr findet man in dem Heft, das für einen Euro in der Geschäftsstelle erhältlich ist.
Wagner 22 in Leipzig. Das ultimative Souvenir oder Geschenk in diesem Sommer ist die Wagner-Tasse unseres Zentrums. Hergestellt in Thüringen und versehen mit allen 13 Opern Richard Wagners, die in Leipzig gespielt werden. Nur bei uns und nur für 17,– EUR. Viele weitere interessante Artikel finden Sie unter: UNSERE ANGEBOTE.

Talentierter Nachwuchs. Dirigent Tim Fluch.
Foto: Anna Werner
Paul Gukhoe Song als Holländer
Foto: Carsten Beier
Young Woo Kim als Erik, Damenchor
Foto: Carsten Beier

Senta, die Untoten und das ganz reale Leben

Eigentlich ist die Kulisse um die Felsenbühne Rathen in der Sächsischen Schweiz schon Handlungsrahmen genug. Ist sie am Anfang nur bizarr, bietet sie dem Uneingeweihten, wenn er ansonsten Raum und Zeit vergisst, mit einsetzender Dämmerung Stimmungswechsel und alle Zutaten für den Schauder auf dem Rücken. Man kann verstehen, dass es der ideale Ort für die Webersche Wolfsschlucht im „Freischütz“ ist. Doch reicht es auch für das in Mode befindliche Gespenstische jener Zeit, in der Richard Wagner Heinrich Heine las, jahrelang die Ostseeküste Ostpreußens und Lettlands vor Augen hatte und final das Toben des Meeres im Skagerrak mit Todesangst überlebte? Und als nach dem Werden „Der Fliegende Holländer“ am 2. Januar 1843 am Hoftheater zu Dresden zur Uraufführung kam? Die Regisseurin Kai Anne Schuhmacher schien dem nicht ganz zu trauen. Hin- und hergerissen zwischen historischer Vorlage und einem Zeitgeist, der meint, dem Zuschauer Brücken ins Hier und Heute bauen zu müssen, um den Anschluss nicht zu verlieren, schwankte die Inszenierung zwischen Ernsthaftigkeit und Seriosität einerseits sowie billigem Slapstick und heutigen Versatzstücken andererseits. Dabei waren Anleihen aus dem gescheiterten Inszenierungsversuch Michael von zur Mühlens (Leipzig 2008), oder der wenig überzeugenden „Durchdringung“ von Jan-Philipp Gloger (Bayreuth 2012) u.a. nicht zu übersehen. Warum der Tod, ob angesetzt oder herbeigeführt, mit dem Kehlschnitt per zerbrochener Flasche gesucht wurde, erschloss sich nicht. Dabei entstehender Müll gehört heute zu einer modernen Bühne. Das sagt nichts über Schuhmacher aus, die, will sie wahrgenommen werden, dem veröffentlichen Mehrheitsgeschmack eines Feuilletons entsprechen muss, dessen Macht im sich hebenden oder senkenden Daumen liegt. Und das dem Publikum wenig zutraut, weshalb der Hang zum Infantilen weit verbreitet ist. Schickt man aber Beckmesser nach Hause, bleibt sehr viel auf der Habenseite. Und das liegt vor allem bei den Landesbühnen Sachsen und ihrem Hausorchester, der Elblandphilharmonie. Spielfreude und Leistungsfähigkeit waren bei der besuchten Vorstellung am 4. September 2022 spürbar, allen voran Florian Neubauer (Steuermann), Raffaela Lintl (Senta) sowie Paul Gukhoe Song (Holländer), der schauspielerisch und gesanglich überzeugte und natürlich Young Woo Kim (Erik). Das tatsächlich im Maritimen angesiedelte Bühnenbild machte es dem Orchester nicht leicht, bei den nicht idealen Bedingungen einer Freilichtbühne hinter geborstenen Schiffsplanken zu brillieren. Eine glückliche Fügung war, dass der musikalische Leiter Ekkehard Klemm an jenem Tag Pult und Bühne dem talentierten Nachwuchsdirigenten Tim Fluch überließ, der die Nuancen der Musik Wagners gekonnt akzentuierte und dabei eine gute Figur machte. Christian Thielemann wusste, wen er da gefördert hatte. Das gemischte Publikum fand Unterhaltung und der Kenner insgesamt seinen Wagner wieder.

Nach der letzten Aufführung: Siegfried-Magnus Vigilius
Niklas Björling-Rygert als Mime, der große Verlierer
Humor im besten Sinne: "Applaus! Ich muss gleich ins Bett."

DAS IST KEIN MANN!

Siegfried als reiner Thor von Esbjerg

Blick über den Tellerrand. Kennen Sie Esbjerg in Dänemark? Wenn nicht, ist es keine Schande. Aber als Wagnerianer sollte man es auf dem Zettel haben. Denn im dortigen „Musikhuset“, kein Opernhaus aber ein Konzert- und Aufführungssaal mit hervorragender Akustik, wird seit 2017 ein „Ring“ geschmiedet. Ein „Ring des Nibelungen“ der Extraklasse. Grund genug für uns, während der ausklingenden Sommerpause über den Tellerrand zu blicken, zumal ein uns wohl bekannter Sänger die Partie des Titelhelden sang.

Werbung? Fehlanzeige. Der Chef des Hauses gönnt sich diese Inszenierung selbst und schafft es immer wieder, die Mittel dafür einzuwerben. Es begann 2017 mit „Die Walküre“, 2019 folgte „Das Rheingold“. Wegen Corona nun „Siegfried“ erst im August 2022. Zum Glück, denn Magnus Vigilius, Dänemarks Aushängeschild in Sachen „Heldentenor“, erzählte im Frühjahr, dass er die Titelpartie singen wird. Ja, wer denn sonst? Ist er doch der erste Typ „Siegfried“ seit dem deutschen Peter Hofmann – der nur den Siegmund sang – der die Partie nicht nur auf höchstem Niveau singen kann, sondern dessen Erscheinung man die Figur auch abnimmt. Der Mann sieht blendend aus, auch weil er sportlich ist und hat, was kein Nachteil ist, eine Schauspielausbildung. Entsprechend kam er auch beim Publikum an und wurde wie ein Held gefeiert. Mit begeistertem Applaus wurden aber auch alle anderen Darsteller bedacht, boten sie doch mit dem Hauptprotagonisten ein Bühnenmusikstück, das uns eine Oper von Richard Wagner und nicht des Regisseurs zeigte. Der wiederum steckte tief im Stoff und bot Anspielungen und Rückblenden zur persönlichen Biografie der Personen und deren Familiengeschichte. Alles logisch, alles wohl durchdacht und auf das Stückverständnis des Publikums zugeschnitten. Fricka (Anne Mette Balling) lauschte quasi als Alter Ego ihrem als Wanderer (Jens Søndergaard) daherkommenden Gatten Wotan und schaute ihm auf die Finger. Da den Göttern und ihrem Gezücht nichts Menschliches fremd ist, gab es auch ausreichend zu schmunzeln, vor allem beim letzten Auftritt von Alberichs (Jesper Buhl) Sohn Hagen als Kind (Jonathan Skovbjerg Hildebrandt), wenn der am Ende des 2. Aufzugs vor den Vorhang tritt mit einem Schild, auf dem geschrieben steht „Applaus! Ich muss gleich ins Bett.“

Regisseur Kasper Wilton spricht generationenübergreifend das Publikum an, das für drei – leider nur drei – ausverkaufte Vorstellungen sorgte und mitging. Das bestens gestimmte Orchester unter Harry Sever bot alles, damit jeder Einzeldarsteller seine Figur überzeugend singen und ausspielen konnte, Trine Bastrup Møller als überzeugende Brünnhilde, Jesper Brun-Jensen als gar nicht so stupider Fafner und vor allem der grandiose und mit Magnus-Siegfried bestens eingespielte Niklas Björling-Rygert als Mime. Aber noch einmal: Der klare, ja helle, mit viel Ausdruck aufgeladene und dennoch lyrische Tenor des blonden Magnus Vigilius, seine hohe Emotionalität und schon fast berstende Vitalität machen den Mann geradewegs zum Naturereignis. Magnus Vigilius ist ein Geschenk für jede Wagner-Bühne. So hat man sich einen Siegfried vorgestellt – und wünscht ihn sich. Mehr und öfter auch auf deutschen Bühnen.

Fotos: Steffen Aarfing, Thomas Krakow

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Zürich, Villa Wesendonck
Zürich, Büste Richard Wagners am "Asyl"
Luzern, Wohnhaus von Richard Wagner und Cosima in Tribschen

Auf Wagners Spuren von Augsburg über München in die Schweiz – ein außerordentliches Reiseangebot

Der Reiseveranstalter, RV Touristik GmbH bietet nur bis zum 30. August 2022 folgende außergewöhnliche Reise an:

Reisezeitraum: 14. bis 19. Oktober 2022

1. Tag – 14. Oktober 2022: Fahrt nach Augsburg (A)
Unter Leitung des Vorsitzenden, Herrn Thomas Krakow, geht unser Fahrt im modernen Reisebus nach Augsburg. Nach unserem gemeinsamen Abendessen besuchen wir die Vorstellung „Der Ring des Nibelungen“ der Augsburger Puppenkiste. Im Anschluss fahren wir noch ein Stückchen weiter und beziehen unser Hotel in Dachau. (1 ÜN)

2. Tag – 15. Oktober 2022: Stadtrundgang München – Luzern (F, I, A)
München und Richard Wagner sind für immer schicksalhaft miteinander verbunden. Wagner kam zum ersten Mal 1861 nach München und auch die Uraufführung von „Tristan und Isolde“ fand hier 1865 im Königlichen Hof- und Nationaltheater statt. Bei einem Stadtrundgang /-fahrt begeben wir uns auf Wagners Spuren. Nach einem Mittagsimbiss geht unsere Fahrt weiter nach Luzern. Abendessen und Übernachtung. (2 ÜN)

3. Tag – 16. Oktober 2022: Nietzsche-Haus in Sils (F, A)
Wir unternehmen einen Ausflug nach Sils Maria im Engadin und besuchen das Museum Nietzsche-Haus. Der Philosoph Friedrich Nietzsche verbrachte hier einst seine ideen- und schaffensreichste Zeit. Gemeinsam, und unter Führung von Thomas Krakow, wandern wir zu einem von Nietzsches Lieblingsorten – zur Halbinsel Chasté. Anschließend Rückfahrt in unser Hotel und Abendessen.

4. Tag – 17. Oktober 2022: Stadtführung Luzern – Tribschen und Seelisberg – Zürich (F, M)
Luzern, das Tor zur Zentralschweiz, liegt, eingebettet in ein eindrückliches Bergpanorama, am Vierwaldstättersee. Historische, mit Fresken geschmückte Häuser schmücken die Altstadt. Bei einer Stadtführung mit dem Präsidenten der Schweizerischen Richard Wagner-Gesellschaft, Herrn Stefan Gallati, erkunden wir diese malerischen Plätze. Danach fahren wir gemeinsam nach Seelisberg am Vierwaldstätter See und essen zu Mittag. Anschließend besuchen wir noch Tribschen und fahren weiter nach Zürich. (2 ÜN)

5. Tag – 18. Oktober 2022: Stadtführung Zürich – Oper „Walküre“ (F, M)
Zürich ist die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons und zugleich die größte Stadt der Schweiz. Für Richard Wagner wurde Zürich ab 1849/50 zur Bühne, hier verfasste er etliche Schriften. Ein Stadtrundgang wird uns die Wirkungsstätten von Wagner zeigen. Mit unserem Bus fahren wir unter anderem auch zur Villa Wesendonck. Nach dem gemeinsamen Mittagessen haben wir die Möglichkeit um 17:00 Uhr die Aufführung der Wagner-Oper „Walküre“ im Opernhaus Zürich zu sehen (fakultativ).

6. Tag – 19. Oktober 2022: Rückreise nach Leipzig (F)
Heute geht es mit unserem Reisebus zurück nach Leipzig.

(Programmänderungen, insbesondere in der Reihenfolge des Ablaufes, vorbehalten. An- und Abreisetag dienen ausschließlich zur Erbringung der Beförderungsleistung. F = Frühstück, M = Mittagessen, A = Abendessen, I = Imbiss)

Alle relevanten Daten, Preise und Informationen zur Buchung erhalten Sie im Flyer, den Sie direkt downloaden können.

Flyer und Anmeldeformular
Wo "Lohengrin" draufstand, war tatsächlich "Lohengrin" drin!
Foto: Thomas Krakow
Einnehmende Bühnenpräsenz: Lena Kutzner (Elsa), Magnus Vigilius (Lohengrin)
Foto: Michael Reichel
Magnus Vigilius bei der Autogrammstunde
Foto: Thomas Krakow

Meiningen, Lohengrin und das Publikum

Es war eine schwere Entscheidung, am 10. Juli nach Meiningen zu fahren. In Leipzig stand im Rahmen von Wagner 22 „Die Götterdämmerung“ auf dem Programm und so wie sich das ganze Festival, nun „Der Ring des Nibelungen“, aufgeladen hatte, war Grandioses zu erwarten. Und das traf auch ein, so dass Intendat und GMD Ulf Schirmer seine eigentlichen Huldigungen für die Tätigkeit an und mit Wagner völlig zurecht und mit dem Gewandhausorchester auf der Bühne, von denen, die es zu verstehen und zu schätzen wussten, entgegennehmen konnte. Die Leipziger Stadtpolitik fehlte an diesem Abend, wie auch zum abschließenden „Parsifal“, wie auch bei allen Aufführungen deutlich wahrnehmbar.
In Meiningen war das zur letzten ganz normalen Aufführung zum Spielzeitende nicht nötig. Da erledigte das Publikum seine Aufgabe in jeder Beziehung. Die erst Ende April d. J. auf die Bühne gekommene, tatsächlich nach Richard Wagner erfolgte Inszenierung – nicht Ausdeutung – des „Lohengrin“ von Altintendant Ansgar Haag hatte von der Premiere weg das Publikum fortgerissen. Dass Haag das Stück in seine Enstehungszeit 1846/47, also kurz vor die gewaltsame Entladung der wirtschaftlichen, vor allem aber gesellschaftlichen Wiedersprüche in Deutschland 1848, beim Maiaufstand in Wagners Dresden erst 1849, legte, war eher eine Parabel auf gesellschaftliche Zustände und Widersprüche im heutigen Deutschland. Das zeitgeistige aktuelle Russland-Bashing soll ja eher davon ablenken und fand in Meiningen wie auch in Leipzig nicht statt.
Man kann darüber orakeln, warum die Gerüchte einfach nicht verstummten, dass der aktuelle Intendant diese Inszenierung nicht mag. Fest stand aber, dass sie nach Ende dieser Spielzeit in die Historiensammlung des Meininger Staatstheaters integriert und nicht wieder aufgeführt werden sollte. Das Feuilleton stand anfangs mehrheitlich kritisch zur Inszenierung, nicht so das Publikum, das von der Premiere weg seine Begeisterung zum Ausdruck brachte. Bleibt die Frage, für wen ein Haus spielt, ein Regisseur inszeniert. Vielleicht kann man hier einfach König Heinrich folgen in der Einschätzung, dass „unsere Weisheit Einfalt ist“, denn das Stück wurde vom Publikum verstanden und in jeder Beziehung bis zum Ausverkauf besucht, gefeiert und alle Beteiligten bejubelt. Die Meininger Staatskapelle unter GMD Philippe Bach, Chor und Extrachor, die Solisten, da gab es keinen, an dem etwas auszusetzen wäre und mit Lena Kutzner hat das Haus eine kongeniale Elsa, mit Shin Keniguchi d e n bejubelten Telramund und beide Ortruds verkörperten diese Rolle bis zum Bersten psychologisch tiefgehend. Die tragische langwierige Erkrankung von Tenor Michel Siemon wurde zur Meininger Sternstunde der beiden Einspringer Marco Jentzsch aber vor allem Magnus Vigilius, der sich von der Premiere bis zur letzten Vorstellung in die Herzen nicht nur des Publikums sang. Und was sich an jenem 10. Juli in Meiningen auf der Bühne abspielte und hernach im Zuschauerraum, war den Verzicht auf die Leipziger „Götterdämmerung“ wert. Angereichert duch viele auswärtige Besucher im restlos ausverkauften Haus, fand eine fast schon durch nicht enden wollendes Klatschen, Trampeln und Bravorufen ekstatische demokratische Abstimmung gegenüber den auf der Bühne befindlichen Ansgar Haag als Regisseur und Intendant Jens Neundorff von Enzberg statt. Dem Intendanten ist nur zu gratulieren, dass am Folgetag die Entscheidung die Runde machte, diesen „Lohengrin“ in der übernächsten Spielzeit wieder in den Spielplan zu nehmen. Und wir sind dankbar, dass Magnus Vigilius wieder bereit war, nach der Vorstellung im Foyer für sein Publikum auf unserem Sonderheft Autogramme zu geben. Um seine Stimmbänder im Wagner-Modus zu halten, sollte man ihn unbedingt den „Tannhäuser“ auf der Wartburg singen lassen.

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Lyrisch, poetisch, kraftvoll
Magnus Vigilius mit Preislied
Foto: Kirsten Nijhof
Heldentenor mit Fans
Opernfreunde, Magnus und Julius Vigilius
Foto: Michael Ranft
Wann geht der nächste Schwan?
Lohengrin Vigilius, Vereinsvorsitzender Krakow
Foto: Michael Ranft

Der "Meistersinger" auf "Lohengrins" Spuren
MAGNUS VIGILIUS SIGNIERTE IN UNSERER GESCHÄFTSSTELLE

Rauschhafter atemberaubender Jubel bricht sich Bahn, als am 3. Juli 2022 nach knapp sechs Stunden die letzten Töne der „Meistersinger von Nürnberg“ verklungen sind und die Hardcore-Wagnerianer, darunter der Autor, sich das sofort noch einmal geben könnten. Denn was da vom Gewandhausorchester unter Stabführung von GMD-Intendant Ulf Schirmer, dem Chor und den Solisten in den mit 1263 Besuchern voll besetzten Zuschauerraum strömte, war beste deutsche Operntradition. Von kleinen Peinlichkeiten im Bühnenbild als Ausdruck der Diktion oder des Selbstschutzes des Regisseurs vor politischen Besserwissern abgesehen, war diese Inszenierung ein Opernabend, für den allein sich schon die Anreise vieler Besucher aus allen Teilen dieser Welt gelohnt hat. Weltklassemusiktheater in Leipzig – endlich wieder. Höbe man jemanden heraus, wäre man unfair. Alle boten die gleiche Meisterschaft.
Keine Allüren und trotzdem erfolgreich.
Einer der Hauptprotagonisten war tags zuvor am Vormittag unser Gast. Der Klimawandel hatte auch Leipzig wieder mit subtropischen Temperaturen im Griff, die bis in die Passage des HansaHauses gekrochen war. Das hielt uns aber nicht ab und schon gar nicht den perfekten „Lohengrin“ für die Schwanenausstellung, eine Signierstunde zu veranstalten. Man kennt ihn nur gut gelaunt, Magnus Vigilius, ein herausragender „Lohengrin“ in Meiningen und am 3. Juli in Leipzig eben wieder der Walther von Stolzing in den „Meistersingern“. Zur Verstärkung hatte er sich Sohn Julius mitgebracht, der sich das Treiben der Erwachsenen eine Weile ansah und sich dann doch für eine Entdeckertour durch Leipzig entschied. Die Besucher bekamen unsere „Vereinsnachrichten“ signiert und unser Verein den Premiereneintrag in sein Ehrenbuch. Ansonsten gute Gespräche, viel Spaß mit dem Schwanenhelm, den 2006 Stefan Vinke im Haus am Augustusplatz trug, und gute Stimmung. Die ist das Markenzeichen von Magnus. Das steckt an und passt zu dem, was die Oper Leipzig gerade den Leipzigern und Gästen der Stadt schenkt.

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Aktuelle Aufführungen in Mitteldeutschland

(Detailinformationen bei den Häusern)

30. September 2022
Dresdner Philharmonie

Der Ring des Nibelungen (konzertant)
Das Rheingold

Vorabend des Bühnenfestspiels
Uraufführung: 22. September 1869 im Königlichen Hoftheater München
Chefdirigent Marek Janowski
Foto: Felix Bröde

1. Oktober 2022
Eisenach, Wartburg

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

Große romantische Oper in drei Aufzügen
Uraufführung: 19. Oktober 1845 am Königlichen Hoftheater Dresden
Foto: Wartburg-Stiftung

1. Oktober 2022
Wurzen, Dom St. Marien

Jubiläumskonzert zum 200. Geburtstag von Theodor Uhlig

Leipziger Symphonieorchester unter Kaoru Oyamada
Abb.: Kulturhistorisches Museum Wurzen

2. Oktober 2022
Dresdner Philharmonie

Der Ring des Nibelungen (konzertant)
Die Walküre

1. Tag des Bühnenfestspiels
Uraufführung: 26. Juni 1870 im Königlichen Hoftheater München
Chefdirigent Marek Janowski
Foto: Felix Bröde

3. Oktober 2022
Eisenach, Wartburg

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

Große romantische Oper in drei Aufzügen
Uraufführung: 19. Oktober 1845 am Königlichen Hoftheater Dresden
Foto: Wartburg-Stiftung

8. Oktober 2022
Dresdner Philharmonie

Der Ring des Nibelungen (konzertant)
Siegfried

2. Tag des Bühnenfestspiels
Uraufführung: 16. August 1876 im Festspielhaus Bayreuth
Chefdirigent Marek Janowski
Foto: Felix Bröde

Unsere Angebote

Bei unserem Verein können Sie folgende Produkte und Dienstleistungen bestellen.
Dabei hat alles seinen Preis, den Sie bei uns anfragen können.
Stadtführungen Dresden

Stadtführungen
in Leipzig oder Dresden

Tagesfahrten

Tagesfahrten zu Wagner-Orten –
zum Teil mit Orgelanspiel

Flyer Richard-Wagner-Zentrum Mitteldeutschland e.V.

Flyer aller vorgestellten Orte –
auch als praktische Flyerbox erhältlich

Vorträge und Ausstellungen